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Groß angelegte Studie untersuchte Arbeits- und Lebenssituation von Frauen

Wie sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Frauen in der Landwirtschaft, was gibt ihnen das Landleben, welche Schwierigkeiten haben sie und warum gibt es, anders als in anderen europäischen Ländern, so wenig weibliche Führungskräfte in den Agrarbetrieben? Eine Studie hat dies erstmals bundesweit untersucht. Am 22. September 2022 werden die Ergebnisse in Berlin vorgestellt und diskutiert.

Stadtkind auf dem Land

In Deutschland sind nach aktuellen Erhebungen mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft Frauen. Mit 43 Prozent ist ihr Anteil bei Saisonarbeitskräften in Agrarbetrieben noch größer.

Gleichzeitig werden aber nur zehn Prozent der Betriebe von Frauen geführt, was im europäischen Vergleich ein äußerst niedriger Wert ist.

Eine von ihnen ist Lena. Aus dem „Stadtkind“ ist eine Landfrau geworden. Heute, mit Ende 30, hat sie gemeinsam mit ihrem Mann in Norddeutschland einen eigenen Milchviehbetrieb. Für sie wurde damit ein Traum wahr.

Wie sie dazu kam, was sie am Landleben und an der Landwirtschaft begeistert, welche großen Hürden sie bis zum eigenen Hof aus dem Weg räumen musste und wie sie Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bekam, hat sie Forscherinnen im Rahmen einer Studie im Interview verraten.

Erste bundesweite Studie

„Frauen.Leben.Landwirtschaft.“ – so der Titel der Studie – untersuchte im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft seit Anfang 2019 erstmals bundesweit die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in Agrarunternehmen.

Mehr als 7.000 Frauen nahmen an einer Online-Umfrage teil, mehr als 70 Interviews führte das Forschungsteam mit Landwirtinnen wie Lena.

Ohne Frauen, so heißt es nun zum Abschluss der Studie von den Initiatoren, läuft es auf dem Land nicht: „Ob als Betriebsleiterin, Hofladenbetreiberin oder angestellte Fachkraft, Frauen übernehmen in landwirtschaftlichen Betrieben Schlüsselpositionen.“ 

Auch in den sozialen Netzwerken seien gerade junge Frauen aktiv und trügen dadurch maßgeblich zu mehr öffentlicher Wahrnehmung der Landwirtschaft bei.“

Abschlusskonferenz in Berlin und digital

Vorgestellt und diskutiert werden die Ergebnisse auf einer Abschlusskonferenz zur Studie am Donnerstag, den 22. September 2022, von 10 bis 16 Uhr.

Die Hybrid-Veranstaltung in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin, an der Interessierte auch digital teilnehmen können, wird vom Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir eröffnet.

Wer an der Konferenz teilnehmen möchte, kann sich bis zum 24. August 2022 online anmelden. Die Zahl der Teilnehmenden in Präsenz ist begrenzt.

Hintergrund

An der Studie arbeitete ein Forschungsteam des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft und des Lehrstuhls für Soziologie Ländlicher Räume der Georg-August-Universität Göttingen. 

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) wirkte als Initiator und Kooperationspartner der Studie aktiv bei der Umsetzung mit.

Weitere Informationen und Anmeldung

Frauen.Leben.Landwirtschaft.