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Projekt-Finissage und Vorstellung des Buches „WIR. Heimat. Land. Jugendkultur“

Jugend der Altmark zwischen Gehen und Bleiben. Bundesweites Projekt stellt Ergebnisse am 9. März vor. Forderung nach mehr Jugendfreundlichkeit, Teilhabe und Mobilität in ländlichen Räumen.

Von 2018 bis 2020 beschäftigten sich im Rahmen des bundesweiten Projektverbundes „WIR. Heimat – Land – Jugendkultur“ Jugendliche sowie Expert*innen aus Wissenschaft und kultureller Bildung mit Ideen für das Hierbleiben, für Lust auf Landleben und demokratische Teilhabe.

Das bundesweite Projekt „WIR.Heimat.Land.Jugendkulturen“ ist eine Initiative von „RESPEKT! Die Stiftung“ zur Untersuchung der Lebensbedingungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kleinstädten und ländlichen Regionen. Dazu wurden Workshops, Veranstaltungen und Tagungen organisiert. Eingebettet in das Gesamtvorhaben waren zudem eine Online-Befragung und Interviews mit „Multiplikator*innen“.

Am 9. März wird die Studie das Projektvorhaben und das daraus hervorgegangene gleichnamige Buch in einer digitalen Präsentation vorgestellt.

„Viele ländliche Gemeinden sind bemüht, keine jugendfreien Zonen zu werden. Mit unserer Arbeit hoffen wir vielfältige Anregungen zu geben“ umreißt Klaus Farin von der Respekt-Stiftung und Gesamtorganisator des WIR-Projekts das Ziel, denn „mit mehr Bildungschancen und beruflichen Perspektiven kann für Bleiben und Wohlfühlen gesorgt werden“.

In fünf Bundesländern wurden Workshops umgesetzt, Theaterstücke, Graffiti-Aktionen, Diskussionen und Fachgespräche durchgeführt. Eingebettet in das Projekt war eine Online-Befragung von Jugendlichen. Ein Schwerpunkt des WIR-Projektes lag dabei in der Altmark, in Sachsen-Anhalt. „Besonders in strukturschwachen Regionen kann kulturelle Bildung ein Wurfanker sein gegen den demografischen Wandel. Jedoch gibt es dafür die richtigen Rahmenbedingungen, gibt es genug Achtung und Unterstützung?", so Torsten Sowada, stellvertretender Geschäftsführer der Projektträgerin für Sachsen-Anhalt, der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung.

Hochschule befragte junge Menschen in ländlichen Räumen

Um mehr über die Lebenssituationen von Jugendlichen in ländlichen Regionen und Kleinstädten zu erfahren, hat die Hochschule Magdeburg-Stendal einen umfassenden Fragenkatalog entwickelt, mit dem nach Zukunftsaussichten, Freizeitbedingungen und Partizipationsmöglichkeiten gefragt wurde, umso auch Bleibeperspektiven und Haltefaktoren zu identifizieren. Unterstützt durch diverse Träger*innen des WIR-Projektes in Bayern, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland sowie in Sachsen und Sachsen-Anhalt konnten die Antworten von über 800 junge Menschen im Alter zwischen 12 bis 18 Jahren berücksichtigt werden. „Am Ende zeigt sich, dass weniger die Anzahl an Angeboten für Shopping, Kultur und Freizeit ausschlaggebend ist, sondern ihre Erreichbarkeit und Qualität. Jugendkultur muss gelebt und direkt erfahren werden! Es geht um ein ‚Dabei-Sein‘. Voraussetzungen dafür sind schnelles Internet und eine gute Verkehrsinfrastruktur, wie ein Ernstgenommen werden“ erklärt Günter Mey, Professor für Entwicklungspsychologie. Als Studienleiter hat er gemeinsam mit Prof. Susanne Borkowski und Benjamin Ollendorf von Kinderstärken e.V. die Befragung konzipiert und Interviews mit Akteuren der Jugendarbeit und kommunalen Jugendpolitik geführt. 

Mehr Mitsprache, mehr Beteiligung!

„Selbstorganisierte Freizeit hat einen hohen Stellenwert. Wo vorgefertigte Angebote schwerer zu erreichen sind, wird die Freizeitgestaltung häufiger in die eigene Hand genommen.“ sieht Professorin Susanne Borkowski eine große Chance besonders für Kommunen, die weniger Angebote für junge Menschen vorhalten können. Durch Förderung jugendlichen Engagements und Selbstwirksamkeit können Haltefaktoren und langfristige Bleibeperspektiven entstehen. Dies ist besonders wichtig für strukturschwache Regionen, denen durch den demografischen Wandel eine Überalterung droht. 

Eine Schlussfolgerung liegt für die Studienverantwortlichen auf der Hand: Als Kommune ein Konzept zu haben, das Partizipation und Engagement ermöglicht und einen Dialog zwischen den Generationen befördert, ist ein Schlüssel für mehr Jugendfreundlichkeit im ländlichen Raum.

Am 09. März 2021 wird zwischen 14-16 Uhr die digitale Präsentation des Projektes, die Vorstellung der wissenschaftlichen Erhebung und des Buches sowie eine Publikumsdiskussion stattfinden. Interessierte aus Politik, Kommunalverwaltung, Regionalplanung, Jugendarbeit, Wissenschaft sowie Journalist*innen sind herzlich eingeladen.

Weiterführende Informationen: 

Teilnahmelink digitale Präsentation Projektvorhaben und Vorstellung des Buches „WIR.Heimat.Land.Jugendkultur“ unter:
https://h2.de/zoom/j/82569973013 Meeting-ID: 825 6997 3013 Kenncode: 347599

WIR. Projektseite der „RESPEKT! Die Stiftung“

Projektbeschreibung Online-Befragung und Gesamtprojekt

www.lkj-lsa.de

Daten zum Projekt: 

Förderung des Gesamtprojektes WIR.: 

  • ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius 

Förderung in Sachsen-Anhalt

  • Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt 

Projektträger der Online-Studie 

  • „Respekt! Die Stiftung zur Förderung von jugendkultureller Vielfalt und Toleranz, Forschung und Bildung“
  • .lkj) Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V.

Projektleitung der Online Studie:

  • Prof. Dr. Günter Mey, Hochschule Magdeburg-Stendal 

Kooperationspartner der Online-Studie: 

  • KinderStärken e.V.: Prof. Dr. Susanne Borkowski, Benjamin Ollendorf in Zusammenarbeit mit .lkj) Sachsen-Anhalt