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Was Deutschland von Schweden und Schottland lernen kann

Ist das Gras auf der anderen Seite grüner? Und wenn ja, wie schaffen die Nachbarn das? Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis aus Deutschland, Schweden, Schottland und Österreich trafen sich kürzlich, um auf Basis eines Forschungsprojektes mit ihren Delegationen besonders den demografischen Wandel und seine Folgen in ländlichen Regionen zu diskutieren.

Andere Länder, ähnliche Herausforderungen

Ob in Schweden und Schottland, in der Altmark oder in der Börde: In ländlichen Regionen sieht die Bevölkerungsbilanz vergleichbar aus und es zeichnet ein ähnliches Bild ab. Schulen müssen schließen, Arztpraxen werden aufgegeben, die Freiwilligen Feuerwehren sind eingeschränkt in ihrer Handlungsfähigkeit.

Der demografische Wandel hinterlässt Spuren in den dünnbesiegelten Regionen und Löcher in den Haushaltskassen der kleinen Städte und Gemeinden. 

Forschungsprojekt zeigt Lösungsansätze auf

Seit zwei Jahrzehnten versucht Deutschland die Daseinsvorsorge in strukturschwachen Regionen sicherzustellen und den ländlichen Raum zukunftsfähig und attraktiv zu gestalten. 

Nun schaut es zu den Nachbarn nach Schweden, Schottland und Österreich: Wie wird dort mit diesen Herausforderungen umgegangen? Welche Projekte wurden getestet? Was funktioniert?

Unter dem Titel „Voneinander lernen – umsetzen – verstetigen“ diskutierten kürzlich Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis in Loccum (Niedersachsen) die Ergebnisse eines Forschungsprojektes. 

Titel des Projekts: „Innovative Ansätze der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen – Lernen von Erfahrungen anderer europäischer Länder für Deutschland" (InDaLE).

Übertragbarkeit auf deutsche Regionen wissenschaftlich ausgewertet 

In dem Forschungsprojekt wurden seit über zwei Jahren die Daseinsvorsorge-Konzepte in Schweden, Schottland und Österreich und mit deutschen Projekten in ländlichen Räumen verglichen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Rahmenbedingungen überarbeitet werden.

Untersucht wurde, welche Ansätze es in ländlichen Regionen in den ausgesuchten europäischen Nachbarländern gibt und ob sie auf Deutschland übertragbar sind. 

Digitale Lösungsansätze, zum Beispiel die Telemedizin, standen ebenfalls im Fokus wie eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit oder eine Verbesserung der Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg. 

Auch hier gebe es vielversprechende Ansätze zum Beispiel in Medizin und Pflege, hieß es anschließend. So könne etwa eine Zusammenarbeit von Ärzteschaft und Pflegepersonal zu einer Verbesserung der Versorgung auf dem Land führen.

Hintergrund:

Die Universität Hannover, die Leibniz-Gemeinschaft, die Technische Universität Dresden, das Johann Heinrich von Thünen-Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei und das Zentrum für nachhaltige Raumentwicklung arbeiten in dem Projekt gemeinsam zusammen. 

Gefördert wird das über das Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE), der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Weiterführende Links:

Innovative Ansätze der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen

www.indale.org