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Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt

Die (Kultur-)Region Magdeburg

Die Bewerbung Magdeburgs um den Titel „Kulturhauptstadt Europa 2025“ zieht weite Kreise über die Stadtgrenzen hinaus und sorgt neben einer gesteigerten Wahrnehmung auch für ein größeres Gemeinschaftsgefühl.

Als die Europäische Union im September 2018 zur Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ aufrief, wusste man in der Landeshauptstadt Magdeburg schon längst, dass man an diesem Prozess teilhaben wollte. Die Zeit dafür war gekommen, und die Gründe lagen auf der Hand: Es geht eben nicht um das Vorweisen bereits vorhandener Traditionen, monumentaler Bauwerke oder historischer Stadtzentren in perfekten Infrastrukturen – es geht um Entwicklung, um Weltoffenheit, Vielfalt, kulturelle Synergien und den Willen, die Stadt und ihre Region voranzubringen. Magdeburg begab sich auf den Weg der Ermutigung und des gestärkten Selbstbewusstseins als Basis für Identifikation und Verbundenheit mit der Heimat. Das erste Bewerbungsbuch (BidBook) wurde unter dem Titel „Out of the void“ eingereicht. Beim Vorentscheid im Dezember 2019 erreichte Magdeburg auf Anhieb das Finale, und aus der anfänglichen Skepsis entstand eine nahezu euphorische Stimmung mitsamt der Überzeugung, es jetzt „erst recht“ anzugehen.

Weitere Prozesse wurden in Gang gesetzt, Menschen kamen zusammen und eine große Streuwirkung setzte ein. In Magdeburg und allen umgebenden Landkreisen gab es Gespräche mit Akteuren und Verantwortlichen aus Kultur, Bildung, Wirtschaft, Tourismus, und Verkehr.

Das Magdeburger Wirtschaftsdezernat initiierte mit Förderung des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr eine Zukunftswerkstatt – einen Diskussionsprozess unter dem Motto „(Kultur-)Region Magdeburg 2030“. Ziel war und ist die Zusammen-arbeit der Landeshauptstadt mit den umliegenden Landkreisen und damit die Einbeziehung der Region, unabhängig von Lage, Altersstruktur oder kulturregionaler Ausstattung.

Die Landkreise Börde, Jerichower Land und Salzlandkreis führten im Vorfeld Onlineumfragen zu Ideen und Gedanken über die Vorstellung von Heimat und einer gemeinsamen Kulturregion durch. Die Ergebnisse sind durchaus positiver Natur. Die Schönheit der Landschaften, die kulturellen Hotspots wie die der Straße der Romanik mit ihren verborgenen Schätzen, die vielen ausgebauten Radwege, das Wasserstraßenkreuz, die Elb- und Saale-Auen mit ihren Biosphärenreservaten, die so genannten ertragreichen „100er Böden“ sowie das vielfältige musikalische Erbe und dass aus Geschichte nun die Moderne wird … sind hier nur Auszüge aus den zahlreichen Antworten. Allerdings werden vielerorts auch Leere, Tristesse und zu wenige Vernetzungsaktivitäten kritisiert. Kultur verbindet – soweit besteht Einigkeit, nur sollten alle Partner gleichberechtigt sein.

Auf dieser Basis entstanden im Diskussionsprozess entsprechend vielfältige ressort- und landkreisübergreifende Ideen für die Zukunft: Das reicht von regionalen Kultur-führern, Entwicklung von Zukunftsorten und Industriekulturen, Regionalmarken und -märkte über die Digitalisierung in Stadt und Land bis hin zu einer Förderkultur für alle(s).

Beispiele zur Realisierung sind bereits auf dem Tisch: Ein Kultur- und Bildungsführer soll in Form einer Internetplattform entstehen, die Informationen und Angebote aller Akteure aus Kultur, Sport, Bildung, Tourismus und Ehrenamt bündelt, um sie für potenzielle Nutzer auffindbar zu machen. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf der umfassenden Präsentation.

Zudem werden die Marktkonzeptionen der Regionen und Magdeburgs hinsichtlich einer Fokussierung, Vernetzung und Verstärkung auf den Prüfstand gestellt. Ein Ziel dabei wird sein, das Bewusstsein für regionale Produkte und Erzeugnisse zu stärken, Regionalmarken zu installieren und deren Entwicklung nachhaltig zu stärken. Auch hier gilt: alle an einen Tisch!

Auf regionaler Ebene besteht eine umfassende Palette an Fördermöglichkeiten für die unterschiedlichsten Formate, Zielgruppen und Themen. Um die für eine gemeinsame (Kultur-)Region zur Verfügung stehenden Mittel bekannter und verfügbar zu machen, ist eine ressortübergreifende und umsetzungsorientierte, zentrale und onlinegestützte Servicestelle für die Akquise bis zur Abwicklung im Gespräch.

Das zweite Bewerbungsbuch (Abgabe 21.09.2020 / Entscheidung: 28.10.2020) befeuert diese Entwicklungen mit einem großangelegten, regionalen Projekt unter dem Titel „Sugar & Salt“ - zwei die Region über Jahrhunderte prägenden und identitätsstiftenden Rohstoffe.

Es besteht aus 20 Teilprojekten mit internationalen Künstlern und aktuell bereits zwölf regionalen Partnern wie Kultureinrichtungen und Gemeinden. Erklärtes Ziel ist, die umgebenden Landkreise Magdeburgs zu einer gemeinsamen Kulturregion zu entwickeln und diese wiederum mit Magdeburg zu verbinden. Dabei wird es neue Kooperationen geben und bestehende werden auf Basis der vorhandenen Erfahrungen mit den Menschen vor Ort ausgebaut. Die verschiedensten Akteure aus allen Bereichen von Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Bildung werden sich darin genauso wiederfinden wie die Menschen, die dort  – oder besser: in einem gemeinsamen „Hier“ – leben.
Die Ressourcen und Energien sind vorhanden. Es geht darum, sie gemeinsam zu vernetzen.

Noch tragen die Pilotprojekte, Initiativen und Prozessbeschreibungen theoretischen Charakter – das ist auch das Prinzip einer solchen Bewerbung für eine Kulturhauptstadt. Wichtig ist zu erkennen, dass Magdeburg und die umgebenden Regionen auf einem aussichtsreichen Weg zueinander sind, um eine gemeinsame Kulturlandschaft zu bilden, die – ob „Kulturhauptstadt“ oder nicht – Teil eines souveränen Sachsen-Anhalts in Mitteldeutschland wird.

Weitere Informationen:

Landeshauptstadt Magdeburg Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit
www.magdeburg.de/Start/Wirtschaft-Arbeit/Wirtschaftsdezernat

#moderndenken Staatskanzlei und Ministerium für Kultur Sachsen-Anhalt
www.moderndenken.sachsen-anhalt.de/moderne-denker
www.mlv.sachsen-anhalt.de

Pilotprojekte für eine (Kultur)Region
www.regionmagdeburg2030.de

Kulturhauptstadtbüro MD2025
www.md2025.de