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Autonomie im Alter


Der Forschungsverbund „Autonomie im Alter“ stellt sich vor

Von Frau Dr. Astrid Eich-Krohm, Leiterin des Zentralprojekts im Forschungsverbund „Autonomie im Alter“ (AiA), Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie an der Otto-von-Guericke-Universität


Um die Selbstständigkeit älterer Menschen zu steigern, werden im Forschungsverbund „Autonomie im Alter“ verschiedene Strategien zum Umgang mit den Herausforderungen des demografischen Wandels erarbeitet. Individuell werden den Klienten Hilfsangebote an die Hand gegeben.

Seit Anfang 2016 entwickeln 19 Projekte aus ganz Sachsen-Anhalt im Forschungsverbund „Autonomie im Alter“ Strategien zum Umgang mit den Herausforderungen des demografischen Wandels. Gefördert wird der Verbund zu 15 Prozent vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung und zu 85 Prozent von der EFRE/ESF Förderung für regionale Entwicklungen der Europäischen Union. Im Fokus steht das gemeinsame Ziel, die Selbstständigkeit älterer Menschen zu stärken, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Dementia Care Nurse (DCN)

So heißt eines der pflegewissenschaftlich fundierten Projekte aus Halle. Das vierköpfige Team bietet Menschen mit Demenz und Angehörigen Informationen, Beratung und Begleitung, um möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld zu ermöglichen. Dabei berät das Team im Rahmen der aufsuchenden Hilfe die Klienten ganz individuell zu Hause zu Hilfsangeboten, klärt aber auch über die Diagnose „Demenz“, den Umgang und das Leben mit der Erkrankung auf.

Smart Prevent Diabetic Feet

In diesem Projekt wurde eine intelligente Einlegesohle für Diabetespatienten entwickelt, die durch die kontinuierliche Messung von Temperatur und Druck Fehlbelastungen und Geschwürbildung erkennen kann, bevor diese von den Patienten selbst wahrgenommen oder von Ärzten erkannt werden. Durch die frühzeitige Diagnostik können entstehende Schädigungen schnellstmöglich behandelt werden, um so Geschwürbildungen und Entzündungen entgegenzuwirken. Mit diesem präventiven System können Diabetes-Patienten länger mobil sein, dadurch in ihrem gewohnten Wohnumfeld verbleiben und mehr Lebensqualität genießen.

TEAMSenior

Dieses Team entwickelt ein System, bei dem ältere Menschen mit Gedächtnisstörungen abwechselnd alleine und auch mit Begleitung trainieren. Während des Ergometer-Trainings werden den Senioren Bilder gezeigt, die sie nach absolviertem Training wiedererkennen sollen. Ziel ist es, durch die Kombination von körperlich-geistigem Training und Austausch mit anderen Menschen das Fortschreiten der geistigen Abbauprozesse (Demenz) zu verlangsamen. Sollte dies gelingen, wäre es dementiell Betroffenen deutlich länger möglich, selbstbestimmt in der eigenen Häuslichkeit zu leben. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Abbauprozesse verlangsamt werden können. TEAMSenior wird dazu in der zweiten Förderperiode weiter forschen.

Koordination und Organisation von Aktivitäten im Forschungsverbund vom Zentralprojekt

So werden beispielsweise Verbundtreffen veranstaltet, bei denen sich die verschiedenen Projekte austauschen und Kooperationen entstehen. Die Verbundtreffen sind gute Gelegenheiten, die Kommunikation und Zusammenarbeit im Verbund landesweit zu stärken und Ergebnisse weiterzugeben, um eine gemeinsame Forschungspraxis voranzutreiben.

In der zweiten Förderperiode von „Autonomie im Alter“, die in Kürze beginnt, wird sich das Profil des Forschungsverbundes weiterentwickeln: Insgesamt gehen 19 Projekte an den Start, um an die Erfolge der ersten Förderperiode anzuknüpfen und innovative Programme, technische und soziale Lösungen und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zu generieren, mit denen die Autonomie und Selbstständigkeit älterer Menschen verbessert werden können.

Ansprechpartnerin:

Frau Dr. Astrid Eich-Krohm, Telefon: 0391/672 43 22
E-Mail: astrid.eich-krohm(at)med.ovgu.de

Weiterführende Informationen:

Forschungsverbund "Autonomie im Alter"
Förderung: "Autonomie im Alter" Ausschreibung der dritten Förderperiode