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Forscher: Sachsen-Anhalt ist „Hotspot des demografischen Wandels“

Als „Sorgenkind“ und europaweiten „Hotspot des demografischen Wandels“ hat der Sozialgeograph Prof. Klaus Friedrich das Land Sachsen-Anhalt bezeichnet. Der Wissenschaftler an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg äußerte sich jetzt in einem Interview mit MDR Sachsen-Anhalt im Rahmen der ARD-Themenwoche „wieleben“ ausführlich zu den Ursachen und Folgen des demografischen Wandels.

Dieser setze sich in Sachsen-Anhalt so stark wie in keinem anderen Bundesland fort. Obwohl seit Jahren erfreulicherweise sogar wieder mehr Zu- als Wegzüge im Land zu verzeichnen seien, altere und schrumpfe die Bevölkerung stetig weiter. Für eine Trendwende sei die Geburtenrate nach wie vor deutlich zu niedrig.

Folgen der Abwanderung in den 1990er Jahren

Zusätzlich beschleunigt wurde der Demografische Wandel nach Einschätzung Friedrichs in Ostdeutschland und allen voran in Sachsen-Anhalt durch die starke Abwanderungswelle nach der deutschen Wiedervereinigung 1990. „Wir haben einfach nicht genügend Frauen im gebärfähigen Alter in Sachsen-Anhalt“, so Friedrich.

Prognosen gingen davon aus, dass die Bevölkerungszahl von derzeit knapp 2,2 Millionen bis zum Jahr 2030 unter die magische Grenze von zwei Millionen fallen könnte. „Aber wir haben inzwischen konsolidiertere Werte. Die Abwanderung findet nicht mehr statt. Wir haben einen relativ ausgeglichenen Wanderungssaldo. Die Geburtenraten haben sich wieder dem deutschen Niveau angenähert“, sagte der Wissenschaftler weiter.

Der Experte verwies zugleich auf Möglichkeiten, den Wandel abzufedern. Dazu zählte er „eine familien- und kinderfreundliche Regionalpolitik“ sowie gleichwertige Lebensverhältnisse in Städten und ländlichen Regionen.

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