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Neuer Datensatz zeigt: Alterung in Ostdeutschland begann bereits vor 60 Jahren

Neue Analysen zeigen: Die Alterung in Ostdeutschland setzte deutlich früher ein als oft angenommen. Ein historischer Geodatensatz macht langfristige regionale Unterschiede seit den 1960er Jahren sichtbar.

Neuer Datensatz zeigt: Alterung in Ostdeutschland begann bereits vor 60 Jahren

Die demografische Alterung in Ostdeutschland wird häufig vor allem mit den Entwicklungen nach 1990 erklärt. Eine aktuelle Analyse zeigt jedoch: Regionale Unterschiede bestanden bereits deutlich früher. Grundlage ist ein neuer historischer Geodatensatz, der langfristige Entwicklungen erstmals konsistent abbildet.

Nach Angaben des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) war die Bevölkerung in den Kreisen der damaligen DDR schon Anfang der 1960er Jahre im Durchschnitt älter als in der Bundesrepublik. Besonders betroffen waren Teile Sachsens und Ostbrandenburgs. Dagegen wiesen gezielt geförderte Industriestandorte wie Rostock oder Eisenhüttenstadt jüngere Bevölkerungsstrukturen auf. Auch in Westdeutschland gab es regionale Unterschiede – etwa zwischen industriell geprägten Regionen und Großstädten mit suburbaner Abwanderung.

Heute sind vor allem ländliche und strukturschwache Regionen stark gealtert, während Groß- und Universitätsstädte vergleichsweise junge Bevölkerungen aufweisen. Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt Berlin: Während die geteilte Stadt in den 1960er Jahren besonders stark gealtert war, zählt sie heute zu den jüngeren Regionen Deutschlands.

Die Analysen basieren auf dem Datensatz „Verwaltungsgebiete Historisch (VG-Hist)“ des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG), der Verwaltungsgrenzen von 1945 bis 2025 abbildet und damit langfristige regionale Vergleiche ermöglicht.

Weiterführende Informationen 

Pressemitteilung des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung vom 29.01.2026

BiB – Bevölkerungsdynamiken und räumliche Disparitäten