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Vorausberechnungen bis 2070: Regionale Unterschiede nehmen weiter zu

Bis 2070 werden sich die regionalen Unterschiede in Deutschland weiter verschärfen. Neue Vorausberechnungen zeigen: Vor allem ländliche Regionen altern stark, während Großstädte weiter wachsen.

Vorausberechnungen bis 2070: Regionale Unterschiede nehmen weiter zu

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland wird sich in den kommenden Jahrzehnten regional sehr unterschiedlich gestalten. Das zeigen aktualisierte Vorausberechnungen des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Berechnungen reichen bis zum Jahr 2070 und berücksichtigen erstmals zwölf unterschiedliche Wanderungsszenarien.

Die Analysen ermöglichen differenzierte Aussagen zur künftigen Bevölkerungszahl und Altersstruktur auf Kreisebene. Damit liefern sie eine wichtige Grundlage für Infrastrukturplanung und politische Strategien zum Umgang mit regionalen Disparitäten.

Alterung vor allem im ländlichen Raum

Ein zentrales Ergebnis betrifft den sogenannten Altenquotienten – also das Verhältnis der Bevölkerung ab 65 Jahren zur Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 18 und 64 Jahren. In allen Szenarien steigt dieser Quotient bis in die späten 2030er Jahre deutlich an. Hauptursache ist der Eintritt der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge ins Ruhestandsalter. Danach stabilisiert sich das Verhältnis auf hohem Niveau oder geht leicht zurück.

Besonders stark nimmt der Altenquotient in ländlichen und dünn besiedelten Kreisen zu. Während Großstädte selbst ohne Zuwanderung nur einen moderaten Anstieg verzeichnen, erreichen ländliche Regionen deutlich höhere Werte. Auch Zuwanderung kann diesen Trend dort nur begrenzt abmildern, da die Bevölkerung bereits heute vergleichsweise alt ist.

Stadt-Land-Gefälle verschärft sich

Neben der Altersstruktur entwickeln sich auch die Bevölkerungszahlen unterschiedlich: Für Großstädte wird – insbesondere durch internationale Zuwanderung – weiteres Wachstum erwartet. Viele ländliche und dünn besiedelte Regionen müssen dagegen in den meisten Szenarien mit Bevölkerungsverlusten rechnen.

Die Studie macht deutlich, dass sich regionale Unterschiede künftig weiter verstärken dürften. Für Politik und Planung bedeutet das wachsende Herausforderungen – insbesondere im Hinblick auf Daseinsvorsorge, Infrastruktur und gleichwertige Lebensverhältnisse.

Weiterführende Informationen 

Pressemitteilung des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung vom 17.12.2025: „Vorausberechnungen zur Bevölkerungsentwicklung: Wachsende regionale Unterschiede“

Publikation: BiB.Aktuell 10/2025