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Eine App für den Planungszweck

Ortsteilbezogene Bevölkerungszahlen zu Planungszwecken (OTBZ)

Sie ist da – die neue OTBZ-App, um landesweit einen Überblick über die Einwohnerzahlen im ländlichen Raum zu erhalten. So können bestimmte Maßnahmen, beispielsweise zur Erreichung von gleichwertigen Lebensverhältnissen, besser geplant werden.

„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, …, wenn ich nicht wüsste, wie’s werden müsste“, soll einst Johann Wolfgang von Goethe gesagt haben. Nichtwissen ist demnach unschädlich, außer es besteht konkreter Handlungsbedarf – wie bei der Anpassung und Bereitstellung von Infrastruktureinrichtungen infolge demografischer Veränderungen in Sachsen-Anhalt.

Vielerorts gehen die Einwohnerzahlen im Flächenland Sachsen-Anhalt zurück. Das wirkt sich häufig auf die Auslastung von Kitas, Schulen, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen aus.
Um das Ziel der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, insbesondere in den ländlichen Räumen, trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen, langfristig zu sichern, sind nachhaltige Planungen notwendig. Diese Planungen erfordern verlässliche Kennziffern zur Bewertung von raumbedeutsamen Entwicklungen – wie Veränderungen in der Anzahl und Struktur der Bevölkerung in den Gemeinden mit ihren Ortsteilen.

In der App „Ortsteilbezogene Bevölkerungszahlen zu Planungszwecken“ (OTBZ) im Amtlichen Raumordnungs-Informationssystem (ARIS) wird die demografische Entwicklung gesamt sowie nach Geschlecht und Alter bis auf die kleinste Einheit einer Gemeinde, die Ortsteile abgebildet:

  https://www.geodatenportal.sachsen-anhalt.de/mapapps/resources/apps/otbz/index.html?lang=de

Auf der Grundlage von Einwohnerzahlen aus den kommunalen Melderegistern beim Land werden kumulierte Einwohnerzahlen der Ortsteile ohne Personenbezug erzeugt, auf den Gebietsstand der Gemeinden vor der Kreisgebietsreform zum 01.07.2007 bezogen, in die OTBZ-App des ARIS überführt und über Webdienste im Internet zur Verfügung gestellt.

Zusammen mit anderen Geofachdaten der Landesentwicklung wird im ARIS die visuelle Aufbereitung von Datenzusammenhängen mit statistischen Berechnungen wie Korrelation oder Regression ermöglicht. Der Endnutzer bekommt damit nicht nur ein tiefes Datenverständnis, sondern auch ein wertvolles Tool, um gegebenenfalls räumliche und soziale Ungleichheiten aufzuzeigen sowie Ziele und Konfliktfelder bis in einzelne Ortsteile hinein zu verdeutlichen.

In der OTBZ-App sind die jeweils gewünschten Verwaltungsgrenzen wähl- und die Objekte bis hin zu den Ortsteilen selektierbar. Entsprechend der jeweils ausgewiesenen Einwohnerzahlen ist anhand der Karte abschätzbar, wie die Einrichtungen der Daseinsvorsorge in flächenmäßig weit auseinanderliegenden Ortsteilen erreichbar und ausgelastet sind. Die Einwohnerzahlen sind jeweils zum Quartalsbeginn ab dem 01.10.2018 auswählbar und zeigen die absolute Anzahl der vorhandenen Einwohner – sperrvermerksbedingt – mit kleinen Abweichungen.

Ferner können über die Spalte „Karteninhalt“ verschiedene Altersklassen je nach fachlichem Bedarf ausgewählt werden. Das erleichtert beispielsweise die Planung im Kita- und Schulbereich in der jeweiligen Gemeinde. Das Beispiel aus dem Tabellenreiter „Karteninhalt“ der App zeigt, wieviel Einzelinformationen zu einer Gemeinde möglich sind.

Detailinformationen zu einer Gemeinde sind mit einem Linksklick in der Karte aufrufbar. Im Beispiel wird die Einwohnerzahl der Hansestadt Gardelegen zu den Stichtagen 01.10.2019 oben sowie dem 01.10.2018 gesamt, männlich, weiblich auf einen Blick angezeigt.

Für fortgeschrittene Nutzer stehen Mess- und Analysefunktionen des Geoinformationssystems zur Verfügung: Shape-Files können hoch-, Dienste hinzugeladen werden. Es gibt beispielsweise Funktionen zum Drucken, Zentrieren, Zoomen, zur Quartalsauswahl, einer lagebezogenen Auswahl, einer eigenen Abfrageerstellung, Feature-Auswahl, einer Berechnungsfunktion für Statistiken und zum Messen von Entfernungen. 

Hervorzuheben ist das Icon „Vollständige Datentabelle abrufen“ (Bild):
Es ermöglicht die Datendarstellung in Tabellenform und deren Export in marktübliche Tabellenkalkulationsprogramme.

Schließlich sind die Ortsteilbezogenen Bevölkerungszahlen (OTBZ) zu Planungszwecken nicht mit den amtlichen Bevölkerungszahlen des Statistischen Landesamtes vergleichbar. Die OTBZ werden aus den Einwohnermeldeamtszahlen beim Land kumuliert und ohne Personenbezug erzeugt. Sie geben damit die jeweilige Einwohnerzahl vor Ort annähernd wieder und weichen von den amtlichen Bevölkerungszahlen des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalts ab. Die letzteren werden nach einem gesetzlich bestimmten Verfahren vom Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt berechnet.

Fazit: Mit den OTBZ als Bestandteil des ARIS wird den Nutzern ein quartalsweiser und damit zeitnaher, landesweiter und dennoch feingranularer Überblick über die Einwohnerzahl in den Ebenen Land, Landkreise/Kreisfreie Städte, Gemeinden und Ortsteilen ermöglicht. Anpassungserfordernisse in den verschiedensten Bereichen können frühzeitig erkannt und Anpassungs- oder Gegenstrategien eingeleitet werden.

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