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„TAKSI“ bringt älteren Menschen technische Innovationen ins Haus

Die Hochschule Harz eröffnet ein Reallabor für Senioren

Das digitale Zeitalter hat längst Einzug gehalten im gesellschaftlichen Leben. War die Akzeptanzschwelle gegenüber den neuen Technologien insbesondere bei älteren Menschen lange Zeit noch hoch, ändert sich aktuell auch das. Ein Projekt der Hochschule Harz zeigt, wie dies gelingen kann.

Thomas Schatz und Julia Bruns arbeiten seit Januar 2018 im Projekt „Vernetzte Technikberatung und Techniknutzung“ (VTTNetz) der Hochschule Harz unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Apfelbaum. In diesem Forschungsprojekt wird der Frage nachgegangen, wie mittels einer Beratung von Senioren der Einsatz neuer technischer Hilfsmittel gelingen und die Lücke zwischen innovativer Assistenztechnik
und sozialer Akzeptanz der Assistenztechnik bestmöglich geschlossen werden kann. Ziel ist es, ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen und die Motivation zur Nutzung neuer Technologien zu fördern. Beispiele hierfür sind sprechende Fotoalben, tragbare Lichtschalter, automatische Herdabschaltung, Katapultsitze oder auch ein intelligentes Bügeleisen. Jeden Montag findet eine Smartphone-Sprechstunde statt, die mittlerweile auf Wochen ausgebucht ist.

Im Rahmen des Projektes wurde mit Unterstützung der Wernigeröder Wohnungsgesellschaft eine seit 2011 bestehende altersgerechte Wohnung durch technisches Equipment erweitert und in „TAKSI Zentrale“ benannt, was so viel wie „Technikakzeptanz und Soziale Innovation" bedeutet. Hier können sich Senioren ein Bild über die modernen Möglichkeiten eines altersgerechten Lebens verschaffen, die eben weit über typische Badewannengriffe oder Duschhocker hinausgehen.

„Die Resonanz ist überwältigend“, erklärt Julia Bruns, „und der Buschfunk funktioniert – mittlerweile auch per WhatsApp – hervorragend. Kaum, dass einige Senioren sich hier umgesehen haben, weiß es gleich die ganze Umgebung und man möchte mitmachen, dabei sein.“ Das Projekt trägt dazu bei, die Hemmschwelle vor der Nutzung digitaler Technik abzubauen. Mit zunehmender Sicherheit im Umgang mit der digitalen Technik steigt die Motivation der älteren Menschen, und das Selbstwertgefühl wird
maßgeblich gesteigert. Mitmachen, dabei sein und ein vitales Bild von sich abgeben – für viele ältere Menschen sind dies wichtige Punkte.

Das Projekt hat darüber hinaus zum Inhalt, Informationen über die vorhandenen Möglichkeiten zur Nutzung digitaler Technik frühzeitig bereitzustellen. Durch praxisnahe Arbeit und den stetigen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Nutzern der Assistenzsysteme wird die Lücke zwischen digitaler technischer Innovation und sozialer Akzeptanz von Assistenztechnik immer kleiner. Immer analog hingegen bleiben mitgebrachter Kaffee und etwas Konfekt als kleines Dankeschön am Ende mancher Sprechstunde.

Weitere Informationen:
Externe Website www.innovativ-altern.de
Externe Website www.transinno-lsa.de

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